1927 – die Wirtschaft läuft, die Regierungen in Berlin wechseln zwar in schneller
Folge, aber wen interessiert das schon? "Einkommens- und Lebenshaltungsniveau des
Jahres 1913 wieder erreicht!" Das ist die Meldung. Die Deutschen sind wieder da,
wo wir vor der Katastrophe des Ersten Weltkrieges standen.
Auch den Arbeitern, die in der wirren Zeit am stärksten gelitten hatten, geht es
jetzt besser. "Sozialversicherung" heisst das Zauberwort. Jeder Arbeitnehmer gehört
jetzt per Gesetz der Arbeitslosenversicherung an und hat im Falle der Erwerbslosigkeit
das Recht auf Unterstützung.
Am 12.11.1927 eröffnete der frisch gebackene Uhrmachermeister Martin Dodt im Alter von 23 Jahren im Hause des Schlossermeisters August Weiß in der Berliner Straße 79 ein Uhren & Goldwarengeschäft. Der erste Tag begann erfolgreich, die Tageseinnahme waren stolze RM 5,20.
Schon kurze Zeit später fand er tatkräftige Unterstützung in seiner Frau Emma, einer Tochter des Konditormeisters Diekötter.
Das junge Unternehmen wuchs, ein Umzug in größere Räume in der Berliner Straße fand 1937 statt, die neue Ladeneinrichtung wurde in der Branchengazette „Die Uhrmacher-kunst“ als richtungweisend mit einer Fotoreportage belohnt.