Die Bundesrepublik steht 1960 in der Blüte ihrer Hochkonjunktur. Vollbeschäftigung,
steigender Wohlstand und ausgeprägtes Leistungsdenken haben die Schatten der jüngsten
deutschen Vergangenheit zurückgedrängt. Im gesellschaftlichen und polit-ischen Alltag
zeigen sich aller-dings noch immer Verbindungen zur Zeit der nationalsozialist-ischen
Gewaltherrschaft. Dieses beweist die Welle des Rechtsex-tremismus zu Anfang des Jahres
ebenso wie der Umstand, dass die Justiz jetzt erst damit begon-nen hat, systematisch
gegen die zumeist hinter gutbürgerlicher Fassade lebenden NS-Straftäter vorzugehen.
Der Hühnerhof des Schwieger-vaters wich im Jahr 1960 dem ersten eigenen Geschäftshaus, in der damals sehr lebendigen Strengerstraße entstand ein grosszügiges Fachgeschäft mit grosser Optikabteilung unter der Leitung von Martin Dodt junior.
Des Seniors Steckenpferd ist die Berufspolitik, 22 Jahre ist er Ober-meister der Uhrmacherinnung,
12 Jahre gar Kreishandwerks-meister, gleichzeitig sitzt dem Finanzgericht in Münster bei, ist Vorstandmitglied der Innungs-krankenkasse, aktiv von GTV bis Rassegeflügelzuchtverein.
Im Jahr 1970 tritt er in den verdienten Ruhestand und übergibt das Ruder seinem Sohn, der in seiner Frau Erika, Tochter des Nähmaschinen-Unternehmers Katczynski, in den folgenden Jahrzehnten mit vollem Einsatz unterstützt wird.